Stadtsiegel 

Stadtsiegel sind offizielle Siegel, mit denen eine Stadt ihre Urkunden und Dokumente beglaubigt. Sie zeigen meist das Stadtwappen oder ein historisch bedeutsames Symbol und dienen der rechtlichen Absicherung sowie der Repräsentation.

Paffrath 1160

Das Dorf Paffrath ist aus einer frühmittelalterlichen Siedlung hervorgegangen, die vom Kölner Domkapitel als Eigentümer des Landes gegründet worden war. 

Da zur Anlage der Siedlung zunächst Wald zu roden war und die Arbeiten vom Kölner Klerus organisiert wurden, nannte man die neue Siedlung „Paffrath“  (= Pfaffenrodung). 

Zentrum des Ortes bildeten der Fronhof, dem die verschiedenen Lehngüter unterstanden, 

sowie die romanische Wehrkirche St. Clemens, die um 1150 errichtet wurde. 

1160 wird Paffrath das erste Mal urkundlich erwähnt. 

Im Mittelalter waren in Paffrath Töpfereien ansässig, 

die die so genannte „Paffrather Ware“ (vgl. Grauware) herstellten. 

Die St.-Clemens-Kirche in Paffrath wurde erstmals 1160 urkundlich als Besitz des Kölner Domstifts erwähnt. 

Die Kirche wurde im Zuge des Aufbaus einer Grundherrschaft Mitte des 12. Jahrhunderts als Eigenkirche des Domstifts in Paffrath errichtet.   Das so genannte "Rote Messbuch zu Paffrath" des Pfarrers Conrad Voeghe, das in der Kirche aufbewahrt wird, gibt seit dem 15. Jahrhundert Zeugnis über die Pfarre Paffrath.

Bad Reichenhall 1279

Bad Reichenhall war schon in der vorrömischen Zeit durch seine Salzgewinnung bekannt und hatte im frühen Mittelalter große kulturelle Bedeutung. Das älteste Stadtsiegel ist 1279 urkundlich belegt. Das vorliegende Siegel ist 1323 erstmals erwähnt. Es zeigt im berankten Siegelfeld ein geteiltes Wappen mit den bayerischen Rauten (Wecken) und einen springenden Panther. Die Umschrift lautet: „Siegel der Bürgschaft in Reichenhall", Der Panther, eigentlich ein Fabelwesen „Panthier", geht auf die Herzöge von Kärnten aus dem Dynastengeschlecht der Spanheimer zurück. Von diesen vererbte sich die Wappenfigur auf die Titularpfalzgrafen in Bayern aus der Kraiburgerlinie der Ortenburger.

Bronze

Boppard, eine malerische Stadt am Rhein, hat eine reiche Geschichte, die sich in ihrem Stadtsiegel widerspiegelt. Im Jahr 1331 erhielt Boppard das Recht, ein eigenes Stadtwappen zu führen, das nicht nur die Identität der Stadt, sondern auch ihre Bedeutung als Kirchort unterstreicht. Das Siegel zeigt oft religiöse Symbole, die die enge Verbindung zwischen der Stadt und der Kirche verdeutlichen. Diese Symbole sind ein Zeugnis für die zentrale Rolle, die die Kirche im Leben der Bürger spielte, und beleuchten die historische und kulturelle Entwicklung von Boppard im Mittelalter.

Boppard 1331

Konvent Werden 1566

Im Jahre 799 gründete der Friesenmissionar Liudger ein Benediktiner Kloster in Werden an der Ruhr. Die Abtei schrieb bis zu ihrer Zwangsweisen Auflösung im Jahre 1802/3 Reichsgeschichte.  Benutzt wurde das Siegel von den Werden Benediktinern von 1350 – 1803.                              
Das Originalsiegel liegt im Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf – mit der dazu gehörenden Urkunde, die auf den 17. März 1566 datiert ist. In einer Architekturnische, dargestellt St. Liudger als Bischof in Halbfigur hinter einer Brüstung stehend, mit Bischofsstab in der Rechten und Bibel in der linken Hand.

Durchmesser 4,5 cm
Bronze


 

Hallein 1320

Ein Salzarbeiter, das Haupt umrollt, gekleidet in einem Kittel, der vorne offen und zur Hälfte der Wade reichend, mit einem breiten Riemen, durch eine Schnalle um die Mitte des Leibes gegürtet ist,trägt einen länglichen Salzkegel auf einer Mulde auf der linken Schulter, über der Rechten hält er eine Stange.                                        Zu beiden Seiten der Figur eine dreifach bereifte Salz..... Das Feld ist mit schrägen Linien gekreuzt, darin je ein Punkt. Über dem Haupte der Figur wölbt sich ein Rundbogen, der sich an zwei flache Zirkelteile fügt, die in die innere Perllinie übergehen. Diese Bogenstellung dient als Band einer Architektur, welche aus zwei breiten Türmen mit Kleefensterchen am Giebel und darunter je einen oben zugerundeten Fenster besteht, zwischen welche eine Art Brücke oder Wasserleitung auf sieben Bogen ebenfalls in Giebelform aufsteigt. Kräftige Arbeit, die Figur voll Leben, die Tracht bemerkenswert.

Nachgewiesen an einer Urkunde aus dem Jahre 1320             Umschrift: *SIGILLVM*CIVIVM*DE*SALINA*
 

Mainz 1140

 

 

Das älteste Siegel von 1140, das mit der goldenen Stadt Mainz in Verbindung gebracht wird, hat eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Kirche gespielt. Dieses Siegel, das die Autorität und den Einfluss der kirchlichen Institutionen jener Zeit symbolisierte, zeugt von der engen Beziehung zwischen der Stadt und der katholischen Kirche. Mainz war im Mittelalter ein wichtiges Zentrum für Glauben und Wissenschaft, und die Verwendung dieses Siegels unterstrich die Macht der Kirche, die sowohl spirituelle als auch politische Angelegenheiten in der Region prägte. Die goldene Ära von Mainz, die mit diesem historischen Siegel in Verbindung steht, bleibt ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der kirchlichen Kunst und Architektur in Deutschland.

Frankfurt 1219

Schon in ihrem ersten Siegel lässt die königliche Stadt ihr engeres und eigentümliches Verhältnis zum Reich erkennen.                              7 Könige wurden bislang in der Stadt gewählt , die nicht nur wegen ihrer zentralen Lage dem Reisekönigtum häufig zum Aufenthalt diente. Unterstrichen wird dies noch in besonderer Weise durch das Siegel Bild. Es zeigt den König frontal in Halbfigur, das Obergewand auf der rechten Seite zusammengehalten, mit Reichsapfel und Lilien Zepter. Auf dem Haupt trägt er eine Bügelkrone, die mit 3 kreuzen besteckt ist.
Das Siegel ist wahrscheinlich unter König Friedrich II. entstanden und gehörte zu einem Typus, der schon unter Konrad den dritten in der Mitte des 12. Jahrhunderts Auftritt. 
Gleichwohl ist hier kein bestimmter Herrscher dargestellt sondern das allgemeine Sinnbild des Königtums mit allherrschenden Attributen. 

Umschrift:                                                                                     *FRANKENVORT * SPECIALES * DOMUS * IMPERII* 

Übersetzung:                                                                                              Frankfurt besonderer Sitz oder Stätte des Reiches 

Ulm 1244

 

 

Siegelbild:

Im Siegelbild der Reichsadler mit 

Stern und Lilie neben dem Hals

 

Das Stadtsiegel von Ulm aus dem Jahr 1244 ist ein bedeutendes historisches Symbol, das die Identität und Selbstständigkeit der Stadt unterstreicht. Im Zentrum des Siegels prangt der mächtige Adler, der nicht nur für Macht und Würde steht, sondern auch als Wahrzeichen für die Stadt Ulm fungiert. Der Adler wird oft als Symbol für Freiheit und Stärke interpretiert und spiegelt die Ambitionen der Stadt wider, während sie im Mittelalter eine wichtige Handelsmetropole war. 

 

Umschrift:

SIGILLVM*UNIVERSITATS*CIVIUM*IN*ULMA

Düsseldorf 1303

Als ältestes Hoheitszeichen Düsseldorfs ist das Hauptsiegel der Stadt aus dem Jahr 1303 überliefert. Es zeigt das Bild eines Gebäudes, das nach herrschender Meinung als Ansicht eines Vorgängerbaus der heutigen Lambertuskirche zu deuten ist. Als Symbol des Gegensiegels war im 14. Jahrhundert bereits das landesherrliche Wappentier des Stadtgründers Adolf V. von Berg, der Bergische Löwe, in Gebrauch.

Bronze

Braunschweig 1330 

 

 

Stadtsiegel von Braunschweig. 

 

Das Bild zeigt den Löwen innerhalb der Stadtmauern.

 

Umschrift

SIGILLVM*BVRGENSIVM*IN*BRVNESWIG

 

 

 

Bronze

Berlin 1253

Berlin 1253

Freiburg im Breisgau 1330

 

 

Freiburg im Breisgau 1330

 

3-torige Stadtmauer, 3 Türme, 2 Hornbläser,     4 Sterne, Lilie

 

Umschrift:

"Sigillum Civitatis de Vriburch in Brisgaudia".

 

Bronze

Dülken

Dülken, 

eine ehemals selbstständige Stadt am Niederrhein,

wurde um 1210 erstmals urkundlich erwähnt, 

erhielt 1364 Stadtrechte, war eine befestigte Grenzstadt des Herzogtums Jülich und wurde 1970 in die neue Stadt Viersen eingemeindet, wobei es seine historische Bedeutung mit Sehenswürdigkeiten wie der Narrenakademie bis heute bewahrt hat. 

Bamberg 1321

 

 

Bamberg 1321

 

Umschrift

S. Civium Civitatis Babenbergensis". 

 

Der Ritter ist der heilige Georg, der Patron des Domkapitels. Der Adler wird als die Wappenfigur der Grafen von Andechs-Meranien gedeutet. Die Zeit der Siegelführung wird daher in die Regierungszeit der Bischöfe Ekbert (1203 bis 1237) oder Poppo (1237 bis 1242) vermutet, da beide aus diesem Adelsgeschlecht stammen.

 

 

Bronze

 

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