Das Jahr 1000 - 1199

alle hier zu sehenden Siegelabdrücke sind in meinem Besitz

Heinrich II.der Heilige 
1013

Konrad II. der Salier 
1031

Heinrich III. der Salier
1048

Titel                       König
Name                    Heinrich II. der Hei1ige                                                          1002 - 1024


Legende                     

geboren    6. Mai 973     in Bayern
gestorben  13. Juni 1024   Pfalz Grona 

bei Göttingen    

Grabstätte Bamberg, Dom


Typ                                zweites Königssiegel
Datierung                   1013
Gewicht
Durchmesser             72 mm
Stärke
Form                            rund
Material                      Wachs

Titel                       Kaiser
Name                    Konrad II. der Salier   1024-1039


Legende

geboren ca.990 
gestorben   4. Juni 1039 in Utrecht

 

 


Typ                              drittes Kaisersiegel
Datierung                 1031
Gewicht
Durchmesser          70 mm
Stärke
Form
Material                     Wachs



 

Titel                 Kaiser

Name              Heinrich III. der Salier     1039-1056

 


Legende

geboren          28. Oktober 1017

gestorben        5. Oktober 1056   Bodfeld im Harz                           
Grabstätte       Speyer, Dom

 

 


Typ                             erstes kaisersiegel
Datierung                1048
Gewicht
Durchmesser         72 mm
Stärke
Form                           rund
Material                    Wachs

Siegelbild          

Der König sitzt auf dem thron, bärtig und auf dem Haupt eine giebelförmige Krone mit drei aufgesteckten Perlen; in der erhobenen Rechten hält er ein Zepter, das unten zwei und oben einen Knoten zeigt, 
und daraus dem zwei Lilienblätter aus wiederum ein Kreuz wachsen, in der Linken eine Kugel, 
belegt mit einem griechischen Kreuz; der Mantel ist über der rechten Schulter mit einer Fibel geknüpft und fällt über der Brust in strengen, fast schematisch angeordneten Falten; das weit über den Knöcheln endende Gewand zeigt an den Armeln, an der rechten Schulter und am unteren Saum breite Borten; die Thronbank mit vorgelegtem Suppedaneum unterbricht die Umschrift und reicht bis knapp an den Siegelrand; auf einem verzierten Kasten erheben sich beidseits gedrechselte Pfosten (oder kannelierte Säulchen), die eine kräftige Bank tragen, vorn verziert mit Rundbögen; auf dieser ein Kissen, das zu beiden Seiten des Thronenden Wülste bildet, darauf je ein senkrechter Streifen.

Umschrift

*HEINRICHVS DEI GRATIA REX*

Übersetzung

*Heinrich von Gottes Gnaden König* 

Siegelbild

Der Kaiser thronend en face, langbärtig, auf dem Haupt eine tief in die Stirn gezogene Krone mit drei aufgesteckten Perlen und kurzen Gehängen zu beiden Seiten, in den erhobenen Rechten der Reichsapfel mit Kreuz, 
in der Linken ein langer Stab, der bis auf den Sockel des Throns reicht und oben in einem Knopf endet; 
der Mantel, über der rechten Schulter mit einer Fibel geknüpft, fällt in fünf spitzen, regelmässig geschnittenen Falten über den Leib und endet weit über den Knöcheln, das enganliegende Untergewand ist an den Ärmeln und Beinen gereift; auf der schlichten Thronbank Kissen, das zu Seiten des Herrschers Wülste bildet; 
des Kaisers Füße ruhen auf einem Schemel vor dem Thronsockel; oben Abdruckspuren einer Öse oder eines Kettenglieds, an dem das Typar befestigt war.

Zusatzinfo

Bereits in der ersten Generation des erneuerten Königtums im ostfränkischen Reich, unter Heinrich I., hatte sich dasHerrschergeschlecht der Liudolfinger, 60 benannt nach dem Sachsenherzog Liudolf, in zwei Linien, eine königliche der sogenannten Ottonen und eine vorherrschte, aufgespalten. 
Da mit dem plötzlichen Tod Ottos III. 1002 in Italien der ottonische Zweig erherzoglich- bayerische, wo der Name Heinrich losch, erhob nun Heinrich, der Vetter Ottos und Sohn des gleichnamingen Herzogs und Gegenkönigs von W 984 mit dem Beinamen „der Zänker“, Ansprüche auf den Thron. Den Trauerzug Ottos III. zwang er zur Herausgabe der Reichsinsignien, aber erst nach harten Auseinandersetzungen mit seinen Rivalen, dem Schwabenherzog Hermann und dem Markgrafen Ekkehard von Meißen konnte er sich durchsetzen und die Krone an sich bringen. Wenn Heinrich in gewisser Weise der ottonischen Dynastie entstammte, so hat er diese weder weiterzuführen vermocht noch ein neues Königsgeschlecht begründet; denn die Ehe des Königs mit Kunigunde von Bayern blieb kinderlos. So verwundert es nicht, daß der Herrscher seine Kraft und sein Wirken ganz in den Dienst des Reiches und der Kirche stellte. In Bamberg gründete er ein neues Bistum, das aufgehobene von Merseburg hat er restituiert. Für den äußersten Südwesten des Reiches bedeutete Heinrichs Erbvertrag mit seinem Onkel mütterlicherseits, dem ebenfalls kinderlosen burgundischen König Rudolf III. „dem Faulen“. einen entscheidende landesgeschichtliche Zäsur, denn dadurch wurde Burgund zum festen Bestandteil des deutschen Reichs. 
In den zeitgenössischen Quellen wird Heinrich nicht „der Heilige“, sondern „magnus“, der Große, oder „pius“, der Fromme, genannt.
Er selbst bezeichnet sich in seinen Urkunden als „per Christum invictissimus (durch Christus niemals Besiegter)“ oder erscheint zur Unterscheidung von seinem Vorgänger Heinrich I. in den Datumszeilen schlicht als „,secundus“, der Zweite. Erstmals ließ er sich aber auch „rex Teutonicorum (König der Deutschen)“ titulieren. Das heute gebräuchliche Attribut stammt erst aus der Zeit nach dem Tode Heinrichs und nimmt Bezug auf seine Heiligsprechung 1146, welche ihn in den kleinen Kreis heiliger Herrschergestalten des früheren Mittelalters einreihte. 
Otto III. hatte 997 erstmals ein Siegel schneiden lassen, auf dem der Kaiser in voller Statur thronend dargestellt ist.
Nach dem Vorbild dieses dritten Kaisersiegels Ottos hat Heinrich wenige Jahre später Im Anschluß an ein kurzfristig gebrauchtes Provisorium der ersten Stunde noch mit Brustbild sein endgültiges Königssiegel gestalten lassen, das er vom 10. Juli 1002 bis zur Kaiserkrönung 1014 ausschliesslich verwendete, und damit den Siegeszug des Thronbildes eingeleitet, das in der Folge zum Inbegriff des mittelalterlichen Königssiegels werden sollte. Heinrichs Kaiserkrönung 1014 wirkte kaum noch auf den neuen Siegeltyp ein.
Im Rückgriff auf ottonische Herrscherminiaturen erscheint statt des Kreuzes wieder der Adler auf dem Zepter, den die nachfolgenden Salierkönige übernahmen. Und seit 1014 entspricht die Kugel in der Linken des Herrschers insofern der Wirklichkeit, als wir Kunde davon haben, daß Heinrich II. anläßlich der Kaiserkrönung aus den Händen des Papstes einen Reichsapfel empfing. Bemerkenswert ist ferner die Gestaltung der Umschrift. Der Künstler hob den Herrschernamen besonders hervor, indem er ihn in größeren Lettern schnitt als die Titulatur und ihm ausserdem die gesamte rechte Seite des Siegels einräumte.

Siegelbild

Der Kaiser thronend en face, langbärtig,auf dem Haupt eine Krone mit aufgesteckten Perlen und seitlichen Pendilien, in der rechten Hand ein kurzes Vogelzepter,
in der linken eine Sphaira, worauf ein Kreuz, Konrads langer Kinnbart endet in einer gegabelten Spitze;
in starren, spitzwinkligen Falten fällt der Mantel, der über der rechten Schulter von einer Brosche zusammengehalten wird, vor der Brust herab auf die Beine, der Kaiser erscheint tief in die Thronbank eingesunken, zu beiden Seiten quellen Wülste des Sitzpolsters hervor, die bis fast unter die Ellbogen reichen; die hohe Thronbank ist vorn verziert und ruht auf schlichten Pfosten mit eingestellten Säulchen, seine Füße stützt der Kaiser auf einen abgerundeten Schemel vor dem ebenfalls verzierten Sockel des Thrones.

Zusatzinfo

Als Kaiser Heinrich II. im Juli 1024 verstorben war, ohne einen Sohn zu hinterlassen, versammelten sich die deutschen Fürsten in Kamba bei Oppenheim am Rhein und wählten nach einem Interregnum von sechs Wochen mit Konrad dem älteren, dem Sohn des Speyrer Grafen Heinrich, einen nahen Verwandten der Ottonen zum König. Schon knapp zwei Jahre nach der Krönung zu Mainz ließ Konrad zum Italienzug rüsten, der zunächst einen Aufstand in Ravenna bewältigen musste, dann aber zielstrebig nach Rom führte, wo der König im März 1027 einzog.

Am Osterfest erlebte die Stadt eine der glanzvollsten Kaiserkrönungen der mittelalterlichen Geschichte.

Daraufhin konnte Konrad II. an die Sicherung seiner Nachfolge und die etablierung der Herrschaft seiner Familie, der salischen Dynastie, denken.

Schon bald nach der Rückkehr vom Romzug hat der Kaiser seinen Sohn Heinrich zum Mitkönig erheben lassen und die erste Kaiserbulle 1028 steht ganz im Zeichen der dynastischen Nachfolgesicherung, wenn dort Konrad auf der einen und Heinrich auf der anderen Seite mit der Umschrift „Heinricus spes imperii“ (Heinrich, die Hoffnung des Reiches) dargestellt ist. Auch die zweite Bulle des Kaisers von 1033 läßt den Gedanken der Mitregierung des Sohnes Gestalt werden, indem nun Konrad wiederum gemeinsam mit Heinrich erscheint. Auf der Rückseite trägt diese Bulle erstmals die Umschrift Roma caput mundi regit orbis frena rotundi“ (Rom, die Hauptstadt der Welt, des weiten Erdkreis‘ Zügel hält). Unter dem ersten Salier fand also diese seither übliche programmatische Umschrift der Bullen und eine stilisierte Ansicht der Ewigen Stadt Eingang in das Siegelwesen und verkünden den seit der Renovatio Imperii Ottos III.,

das heißt Erneuerung des Reiches, sich durchsetzenden Gedanken vom römischen Charakter des Kaisertums einer Kaiserherrschaft, die Weltgeltung beanspruchte. Noch deutlicher als die Herrschaft Ottos III., der erstmals ein Thronsiegel gebrauchte, markiert das Königtum des ersten Saliers wichtige Stationen auf dem Wege der Entfaltung des herrscherlichen Siegelwesens und im Hinblick auf die Reichsinsignien. Anders als sein Vorgänger Heinrich II. und der Nachfolger Heinrich III. führte Konrad eine Vielzahl von Typaren, deren Bilder sich besonders hinsichtlich der Herrschaftszeichen unterscheiden. Das vorliegende dritte Kaisersiegel entspricht zwar in vielem dem ersten Kaisersiegel, bringt jedoch Neuerungen, die für die Gestaltung der nachfolgenden Siegel prägend werden sollten. Nun hält der Herrscher nicht mehr wie die Karolinger und Ottonen Speer und Schild oder Stab und Kugel in Händen, sondern in enger Anleh- nung an die Antike ein Zepter mit Adler und die Weltkugel mit dem Kreuz. Freilich ist es ganz unsicher, ob dieses Bild der Wirklichkeit entsprach;
doch hat ein damaliger Beobachter das Kreuz auf der Sphaira als Zeichen interpretiert, das den Kaiser daran erinnern sollte, seine Herrschaft über die Erde in christlicher Gesinnung auszuüben.

Daß auch die wirkliche Insignie seither ein solches Kreuz trug, dafür spricht der Fund eines Reichsapfels mit aufgestecktem Kreuz im Grab Heinrichs III. zu Speyer. Das Reichskreuz verdankt seine Gestalt ebenfalls dem ersten Salier, wie seine Inschrift verkündet: „Ecce crucem Domini fugiat pars hostis iniqui / Hine Chuonrade tibi cedant omnes inimici“ (Siehe, der böse Widersacher soll das Kreuz des Herrn fliehen; daher mögen dir, Konrad, alle Feinde weichen).

Unter Konrad II. halten schliesslich nach kaiserlich byzantinischem Vorbild Perlengehänge (Pendilien)

an der Krone Einzug in das Siegelbild, wie sie auf unserem Stück erscheinen. An der Reichskrone, die unter Konrad ihre heutige Gestalt erhielt und die auf dem von ihm erneuerten Bügel die Inschrift „Chuonradus Dei gratia romanoru) augustus“ trägt, haben sich tatsächlich die Osen für die Anbringung derartigen Schmuckes erhalten. Die zahlreichen Siegelstempel des ersten Saliers weisen auf das tastende Suchen nach einer gültigen Gestaltung des deutschen Herrschersiegels und markieren die Umbruchzeit auf dem Weg ins Hochmittelalter ebenso wie die Anfänge der salischen Dynastie.

Umschrift

*CHVONRADVS DEI GRATIA ROMANORVM IMPERATOR AVGVSTVS*

 

Übersetzung                

*Konrad von Gottes Gnaden erhabener Kaiser der Römer*

Zusatzinfo

Wenige Jahre nach der Königswahl errang der erste Salier Konrad II. 1027 die Kaiserkrone und konnte infolgedessen im Jahr darauf seinen 11 jährigen Sohn Heinrich in Aachen zum König krönen lassen.
Damit war die Thronfolge entschieden und die rund hundertjährige Herrschaft der salischen Dynastie im Reich vorgezeichnet.
Die Bedeutung dieser Nachfolgeregelung für das Geschlecht der Salier versinnbildlicht die erste Kaiserbulle Konrads, auf der das Bild Heinrichs umrandet ist mit den Worten „Heinricus spes imperii“ (Heinrich, die Hoffnung des Reiches). Nach dem Tod des Vaters hatte Heinrich wenig Schwierigkeiten, dessen Nachfolge anzutreten. 
Eine Stärkung seiner Herrschaft über das unter Konrad ans Reich gefallene
Königreich Burgund bewirkte die Vermählung mit Agnes, der Tochter Herzog Wilhelms V. von Aquitanien und Poitou. Heinrichs Italienpolitik erinnert an die Ottonenzeit. Wie Otto III. 
996 verhalf der Salier 1046 dem Papst auf den heiligen Stuhl, der ihn zum Kaiser krönen sollte, dem deutschen Bischof Suidger von Bamberg, nachdem Papst Gregor VI. wegen unkanonischer Erhebung von der Synode zu Sutri abgesetzt worden war. Es kennzeichnet die Auffassung Heinrichs vom Kaisertum, dass er in Rom neben der Kaiserkrone den goldenen Stirnreifen des Patricius empfing, um damit mindestens symbolisch den permanenten innerrömischen Adelskämpfen ein Ende zu setzen. Und noch ein zweiter Deutscher bestieg unter Heinrich III. und auf dessen entschiedenen Wunsch den römischen Bischofsstuhl, der Elsässer Bruno von Egisheim als Leo IX.,
der als bedeutender Papst in die Geschichte eingegangen ist.
Im Frühjahr 1055 zog Heinrich auf dem Höhepunkt seiner Macht zum zweitenmal über die Alpen, doch raffte den erst 39jährigen der Sohn und designierte Nachfolger war noch nicht mündig, ein unzeitiger Tod dahin.
Heinrich III. hat je zwei Königs- und Kaisersiegel geführt, die sich nur in Details und durch die Umschriften voneinander unterscheiden. Das vorliegende erste Kaisersiegel entstand durch die Umarbeitung des zweiten Königstypars, wobei Reste der alten Zeichnung und Teile der Umschrift stehen blieben. Den vergleichsweise zierlichen und weit auseinandergezogenen Lettern des Namens folgt eng angeschlossen und zusammengedrängt der erste Teil der Titulatur, zu deren Gunsten die Buchstaben TE- der Ordnungszahl TERTIUS auf dem Königsstempel getilgt werden mussten, das indessen in der Formel DeI GRATIA Weiterverwendung fand. 
Der zweite Teil der Umschrift zur Rechten des Kaisers unterscheidet sich durch seine grösseren Lettern; er ist völlig neu geschnitten. Aber auch Teile der königlichen Insignien liess der Künstler bei der Umarbeitung stehen, SO den funktionslos gewordenen Stab des Zepters vor Heinrichs rechtem Arm, der ja nun den Reichsapfel tragen sollte.
Während sich das dem zweiten Thronbild unter Salierherrscher bereits zum Bildtyp des Herrschersiegels verfestigt hatte, schwankte die ikonographische Ausgestaltung hinsichtlich der Insignien noch sehr stark. 
Zweifellos darf man es als einen Reflex der Herrschaftsauffassung Heinrichs III. betrachten, wenn anlässlich der Kaiserkrönung die Sphaira als Zeichen kaiserlichen Anspruchs auf die Weltherrschaft das königliche Adlerzepter aus der Rechten verdrängte. Im ganzen greift das Herrscherbild jedoch auf die Siegel des Vorgängers und Vaters, Konrads II., zurück,
wobei der lange Bart durchaus die Wirklichkeit spiegeln dürfte freilich ohne da ein Porträt angestrebt worden wäre -, denn Heinrich trug nach dem fast durchgängigen Zeugnis seiner Darstellungen einen solchen und gelegentlich ist ihm auch der Beiname ,cum barba“, im Bart, zugelegt worden.        

UMSCHRIFT

*HEINRICVS DEI GRATIA ROMANORVM IMPERATOR AVGVSTVS*

 

Übersetzung

*Heinrich von Gottes Gnaden erhabener Kaiser der Römer*

Heinrich IV. 
1063 (Musterbild)

Rudolf von Reinfelden 
1079

Heinrich V.
1121

Titel                 König
Name              Heinrich IV.

 


Legende                                                 

geboren 11.November 1050 Goslar
gestorben   07.August 1106 Lüttich
Grabstätte Speyer Dom



Typ                         Thron/ Majestätssiegel
Datierung               1063
Gewicht
Durchmesser        70 mm
Stärke
Form                          rund
Material                    Wachs

Titel          König
Name       Rudolf von Rheinfelden                        1077-1080


Legende

geboren        1030
gestorben     5. Oktober 1080 

in der Schlacht an der Elster
Grabstätte Merseburg, Dom


Typ                           Königssiegel
Datierung                1079
Gewicht
Durchmesser           85 mm
Stärke
Form                          rund
Material                     Wachs

Siegelbild

Der Kaiser mit Schnurrbart, vielleicht auch Kinnbart, thront auf einer Bank, auf dem Haupt eine Bügelkrone mit aufgesteckten Lilien, in der ausgestreckten Rechten das                 Lilienzepter, in der Linken den Reichsapfel; die schlichte, von Pfosten getragene Thronbank ist an der Vorderseite mit Rundbogen, an den Ecken der Bankfläche mit Tierköpfen verziert; das Sitzkissen bildet zu beiden Seiten des Herrschers einen Wulst, die Füße stützt er auf ein Suppedaneum

Titel          Kaiser
Name       Heinrich V. 1086-1125                       

 


Legende

geboren          11.08.1086
gestorben       23.05.1125  in Utrecht
Grabstätte    Speyer,Dom

 


Typ                           Kaisersiegel
Datierung                1121
Gewicht
Durchmesser           84 mm
Stärke
Form                          rund
Material                     Wachs

Zusatzinfo

Auf dem Höhepunkt des sogenannten Investiturstreits, der epochalen Machtprobe zwischen der höchsten kirchlichen und weltlichen Gewalt im Mittelalter, wählte 1077 ein Teil der deutschen Fürsten Rudolf von Rheinfelden, den Schwabenherzog aus königlich-burgundischem Geschlecht, gegen den salischen Kaiser Heinrich IV., dessen Absetzung zuvor verkündet worden war. 
Die Wahl in Forchheim, an der sich vorwiegend kirchliche Würdenträger unter der Führung des Mainzer Metropoliten Siegfried, aber mit dem ehemaligen Bayernherzog Otto von Northeim, den Heinrich 1070 abgesetzt hatte, und Bertold, dem ehemaligen Herzog von Kärnten und Stammvater der Zähringer, auch mächtige Laien beteiligten, war eine Reaktion auf die Vorgänge in Canossa im Januar des Jahres. Vor dieser Burg am Nordhang des Apennin war der exkommunizierte Kaiser Heinrich IV. nach einer entbehrungsreichen Alpenüberquerung im Hochwinter als Büßer vor Papst Gregor VII. erschienen, um die Lösung vom Bannfluch zu erlangen. 
Durch die Absolution gewann der Kaiser zwar einerseits neuen Handlungsspielraum, aber andererseits betrachteten die oppositionellen deutschen Fürsten eben die Lösung vom Kirchenbann als einen Bruch ihrer Absprachen mit dem Papst, der ja einst selbst auf die Wahl eines ihm genehmen Königs anstelle des gebannten Heinrichs IV. gedrungen hatte. 
In der Geschichte des deutschen Königswahlrechts kommt dem Akt von Forchheim 1077 deshalb eine wichtige Rolle zu.
Rudolf mußte anerkennen, daß der deutsche König künftig nur aus freier Wahl hervorgehen dürfe und der Sohn eines Herrschers keinen Anspruch auf die Thronfolge habe. 
Welchen Einfluß der Papst in Canossa und Forchheim auf das Königtum gewann, zeigt Heinrichs IV. Unterwerfung unter den päpstlichen Anspruch, den deutschen König bannen und absetzen zu können, und der von dem staufischen Historiographen Otto von Freising überlieferte Spruch: „Roma dedit Petro, Petrus diadema Rudolfo“ (Rom gab die Krone dem Petrus, Petrus gab sie Rudolf).
Der Papst freilich hat an der Wahl Rudolfs zu Forchheim weder unmittelbar mitgewirkt noch das Ergebnis ausdrücklich anerkannt, sondern eine abwartende Haltung eingenommen. Unter diesen Vorzeichen konn- te König Rudolf keinen rechten Boden im Reich gewinnen. Heinrich IV. eilte ausserdem zurück über die Alpen und machte seinem Kontrahenten bald schwer zu schaffen. Zunächst setzte er die oppositionellen Herzöge von Bayern, Kärnten und Schwaben ab.
Die Belehnung Liutolds von Eppenstein mit Kärnten und insbesondere Friedrichs von Büren, des Stammvaters der Hohenstaufen, mit Schwaben hatte beträchtliche Fernwirkungen; nun war das Herzogtum Schwaben endgültig gespalten und das salisch-staufische Bündnis begründet. In Franken hatte Rudolf zunächst einige Treffen gegen Heinrich IV.bestanden, und in Sachsen, wohin sich der Rheinfeldener schliesslich begab, unterlag ihm der Kaiser sowohl bei Flarchheim als auch an der Elster 1080. Doch 1m ganzen war dem Gegenkönig aus Schwaben kein Glück beschieden; in der Schlacht an der Elster verlor er die rechte Hand – jene Hand, mit der er, wie ein Historiograph besonders hervorhebt, einst dem Salier die Treue geschworen hatte und starb noch am selben Tag ein Gottesurteil, wie man weithin glaubte. Als Heinrich IV. das königliche Grab Rudolfs im Merseburger Dom erblickte, soll er nach Otto von Freising auf die Bemerkung eines Getreuen, warum er es zuließe, daß einer, der doch gar kein König gewesen sei, mit königlichen Ehren bestattet würde, ausgerufen haben: „Möchten alle meine Feinde so ehrenvoll begraben liegen!“ Von Rudolf existiert nur eine Königsurkunde, die am 25. März 1079 zu Quedlinburg ausgestellt worden ist. Es handelt sich um eine Schenkung des Gegenkönigs, der damals in Sachsen weilte, an die bischöfliche Kirche von Meißen. An diesem Diplom hängt auch das einzige überlieferte Siegel Rudolfs, das denjenigen seines Gegners Heinrich IV. in manchen Zügen entspricht.
Es begegnen aber auch Unterschiede, beispielsweise sitzt Rudolf auf einem Kissen, und die Umschrift zeigt grössere, ungefügere Lettern, auffällig 1st schliesslich der doppelte Perlenkranz, der die Umschrift rahmt, und die Grösse des Siegels, welche die der Stempel Heinrichs IV. übertrifft.



 

Siegelbild        

Der König thronend en face, auf dem Haupt eine Krone mit drei aufgesteckten Perlen, in der Rechten ein kurzes Adlerzepter, in der Linken den Reichsapfel; der Mantel ist über der rechten Schulter geknüpft und fällt in steifen Falten über Brust und linken Arm;
die Füsse stützt der König auf einen Schemel vor der hohen Thronbank, verziert mit Perlstäben und Rundbogen;
das Sitzkissen auf der Bank bildet zu beiden Seiten des Herrschers kräftige Wülste; 
um das ganze die sehr kräftig ausgebildete Umschrift im doppelten Perlenkranz.



 

Umschrift 

*HEINRICVS D(E)I GR(ATI)A IIII ROMANOR(VM) IMPERATOR AVG(VSTVS)

 

Übersetzung

*Heinrich, von Gottes Gnaden erhabener Kaiser der Römer, der vierte*

Umschrift

*RVDOLFVS DEI GRATIA REX*

 

Übersetzung                   

*Rudolf von Gottes Gnaden König*

Siegelbild

Der König thront auf einem Thronsitz ohne Rückenlehne, seine Füsse ruhen auf einem kleinen Sockel. In der Rechten hält er ein Vogelzepter, in der Linken den Reichsapfel.



 

Umschrift

*HEINRICVS DEI GRATA REX*


Übersetzung

*Heinrich von Gottes Gnade König*

Zusatzinfo

Heinrich IV. war König an einem Wendepunkt der Weltgeschichte. 1054 schon war er mit vier Jahren zum König gewählt worden. Bis zu seinem 15. Lebensjahr und seiner Volljährigkeit führten wechselnde Personen für ihn die Regierung. Seine für die Regierungsgeschäfte zu schwache Mutter Agnes wurde von Bischof Anno von Köln gestürzt und ins Kloster geschickt. Erzbischof Anno musste indessen selbst kurz darauf die Vormundschaft an Erzbischof Adalbert I. von Hamburg-Bremen abtreten. Dessen Macht als Vormund und Ratgeber endete allerdings schon ein Jahr nach Heinrichs Volljährigkeit auf Verlangen der deutschen Fürsten. Die Versuche Heinrichs, die Machtgrundlagen des schwer angeschlagenen Königtums durch Heranziehung von Ministerialen wiederherzustellen, führte nach vielen Kämpfen zunächst zu einem Erfolg. 
Als er indessen 1075 im Sinne der althergebrachten Ordnung zWischen König und Reichskirche den vakanten Erzbischofsstuhl in Mailand eigenmächtig besetzte, entzündete sich daran der entscheidende Machtkampf zwischen Kaiser und Papst
zwischen Kaiser und Papst, 
dessen Ausgang letztendlich auch durch die Rivalität zwischen Königtum und erstarktem Adel bestimmt wurde. 
Papst Gregor VII. schleuderte den Bann gegen den Kaiser, der seinerseits mit an- fänglicher Unterstützung der Fürsten und der Mehrzahl der Bischöfe diesen für abgesetzt erklärte. Als sich nach einiger Zeit aber die Fürsten von Heinrich abwandten, dessen lockerer Lebenswandel ihn erheblich belastete, mußte sich Heinrich, um nicht abgesetzt zu werden, selbst zur Buße gegenüber dem Papst bequemen. Im berühmten Gang nach Canossa unterwarf sich Heinrich IV. dem Papst im Jahre 1077. Trotzdem wählten die deutschen Fürsten mit Rudolf von Schwaben einen Gegenkönig, den auch der Papst nach anfänglichem Zögern unterstützte. Heinrich FV. konnte die abtrünnigen Herzöge bis 1080 besiegen. Rudolf von Schwaben fand den Tod. Als nun Papst Gregor VII. erneut den Kaiser zu bannen versuchte, setzte Heinrich einen Gegenpapst mit Clemens III. ein und vertrieb Gregor vom Thron. Gregor starb schon 1085, kurz nachdem der Gegenpapst Clemens Heinrich IV. zum Kaiser 1084 gekrönt hatte. 
In den folgenden Jahren mußte sich der Kaiser den Aufstandsbewegungen des Adels, denen sich auch der Sohn Heinrichs, Heinrich V. angeschlossen hatte, entgegenstellen. Mitten in den Kämpfen starb er schließlich im Jahre 1106. 
Der Kampf zwischen Kaiser und Papst, der nur vordergründig um die Frage der Investitur, also um die Einsetzung von geistlichen Würdenträgern geführt wurde, endete mehr oder weniger unentschieden. Dieser sog. Investiturstreit konnte erst unter Heinrich V. 1122 im Wormser Konkordat zugunsten des Papstes eindeutig entschieden werden. 
Der Gang nach Canossa aber war eine erste für alle Welt sichtbare Niederlage des Kaisers mit hoher symbolischer Kraft und weitreichender Wirkung in den Köpfen der Zeitgenossen. 
Das Siegel Heinrichs ist wie das seiner Vorfahren vom Thronbildtypus. Majestätssiegel wird es genannt, weil die Korroborationsformel in den Königsurkunden meist mit den Worten begann:
 „sigillo maiestate nostre iussimus communiri“
(Wir haben befohlen, mit Unserer Majestät Siegel zu bekräftigen). 
Die verschiedenen Siegelbilder in den unterschiedlichen Zeiten der Herrschaft Heinrichs IV. zeigen einmal einen jugendlichen, einmal einen älteren König.
Hierin wird das Bemühen deutlich, vom reinen Idealtyp weg zum individuellen Portraitbild zu gelangen, ein Versuch, der zu dieser Zeit noch nicht vollständig gelang. 
Die Stellung der Umschrift- bislang schwankend - blieb nun konstant und zwar in der Weise, daß sie von jetzt an immer über dem Haupt des Herrschers begann.

Zusatzinfo

Heinrich V., der letzte König aus dem Haus der Salier, hatte ein schweres Erbe anzutreten, als er nach dem Tod Heinrichs IV. 1106 unumstrittener Herrscher im Reich wurde. Bereits 1104 hatte er aus der Position des Mitregenten heraus seinen unter päpstlichem Bannfluch lebenden Vater ausgeschaltet, aber das Waffengeklirr und Propagandageschrei des beispiellosen Machtkampfs zwischen Papst und Kaiser war noch nicht verklungen, der sogenannte Investiturstreit war alles andere als beigelegt. Die Spaltung der Reichs fürstenschaft in ein gregorianisches und ein kaiserliches Lager konnte zwar in den letzten Jahren des 11. Jahrhunderts weitgehend überwunden werden, als Heinrich IV. seinen Frieden mit den päpstlich gesinnten Welfen und Zähringern machte, aber in Rom blieben die Fronten hart, auch nach-dem Papst Urban 1099 und Heinrichs Gegenpapst Wibert 1100 

gestorben waren. Paschalis Il., der neue römische Pontifex, belegte Heinrich IV.

1102 erneut mit dem Bann, in dem der Kaiser 1106 verstarb, und ließ so von vornherein keine Zweifel an seiner Entschlossenheit, die bisherige Politik Roms fortzusetzen. Heinrich IV. hatte noch in den 80er Jahren zunächst seinen älteren Sohn Konrad, nach dessen Abfall seinen jüngeren Sohn Heinrich zum Mitkönig krönen lassen. Angesichts der schlechten Erfahrungen mit Konrad verlangte der Vater von Heinrich das eidliche Versprechen, sich niemals gegen ihn zu erheben und sich nicht in die Regierungsangelegenheiten einzumischen. Das konnte freilich Heinrich V. nicht hindern, den Vater im Jahre 1104 aus der Herrschaft zu drängen. So war Heinrichs Regierung bereits etabliert, als Heinrich IV. 1106 in Utrecht starb, an einen Zug nach Rom und die Kaiserkrönung war jedoch angesichts des 

immer noch schwelenden Konflikts mit der römischen Kirche nicht zu denken. Bald kam es zu einem ersten Ausgleichsversuch, der eine realistische Annäherung der Parteien in praktischen Fragen, nicht aber im Grundsätzlichen erkennen ließ. Erst nach der Regelung dringlicher innerdeutscher Angelegenheiten wie der Nachfolge im Herzogtum Sachsen konnte Heinrich 1110 den seit längerem geplanten Romzug endlich in Angriff nehmen. Während der Papst mittlerweile Unterstützung beim französischen König gefunden hatte, verband sich Heinrich durch seine Vermählung mit der englischen Prinzessin Mathilde mit dessen Gegner. Kaum hatten die Krönungsfeierlichkeiten in Rom begonnen, kam es zum Eklat. Den Reichsbischöfen gingen offenbar die päpstlichen Forderungen zu weit, worauf- hin Heinrich den Papst und die an- wesenden Kardinäle gefangen setzen ließ. Mit solch massivem Druck er- langte der König zwar die Kaiserkrone, doch sollte ein weiteres Jahrzehnt verstreichen, bis unter dem folgen- den Papst Calixt II. mit dem Wormser Konkordat ein dauerhafter Aus- gleich zwischen den kirchlichen und königlichen Ansprüchen gelang. Heinrich war der fünfte König, aber der vierte Kaiser dieses Namens. Da die regierenden Salier seit Konrad II. (†1038) stets Heinrich hießen, schien den Herrschern bald die Unterscheidung mit Hilfe von Zahlen notwendig. In den Datierungsformeln der Urkunden war das schon seit Heinrich II. (1002-1024) üblich. Gegenüber den Siegeln des Vaters bringen die Stempel Heinrichs V. indessen nichts entschieden Neues. Bei unserem Stück handelt es sich sogar um einen vom Vater übernommenen Stempel, genauer das zweite Kaisersiegel Heinrichs IV., dessen Ordnungszahl III. durch das Hinzufügen einer I. für den Sohn zurechtgemacht worden ist. Für die Entfaltung des mittelalterlichen Siegelwesens ist die späte Salierzeit allerdings von großer Bedeutung, denn seit etwa 1100 begannen die geistlichen Fürsten im Reich nach dem Vorbild der Herr- scher Thronsiegel zu führen - Ausdruck der ihnen während des Investiturstreits zugewachsenen politischen Macht und ihres dadurch gesteigerten Selbstbewußtseins.

Karlssiegel 
1134

Lothar III. von Supplinburg 
1134

Konrad III. von Hohenstaufen 
1140

Titel
Name                          Karlssiegel

 

 

Legende

 


 

 

Typ                                Krönungsiegel
Datierung                  1134
Gewicht
Durchmesser            87 mm
Stärke
Form                            rund
Material          

Titel
Name                Lothar III. von Supplinburg 

                             1125-1137

 

Legende

geboren         1075                          

gestorben      3. Dezember 1137 Breitwang/Tirol
 Grabstätte   Königslutter bei Helmstedt im Dom

 

Typ                                      Thronsiegel

Datierung                          1134

Gewicht

Durchmesser                   85 mm

Stärke

Form                                    rund
Material

Titel
Name           Konrad III.   von Hohenstaufen         1138-1152


Legende

geboren 1093
gestorben     15. Februar 1152                        

Grabstätte Bamberg, Dom


Typ                                  Thronsiegel
Datierung                     1140
Gewicht
Durchmesser               79 mm
Stärke
Form                              rund
Material                        Wachs

Siegelbild             

Der König trägt eine Bügelkrone mit aufgesteckten Lilien, an der in Kugeln endende Pendilien hängen; sein Gesicht zeigt offenbar einen kurzen Bart, das Gewand ist reich geschmückt; das Lilienzepter in der ausgestreckten Rechten und den Reichsapfel in der gegen die Brust gekehrten Linken, sitzt Konrad auf einem prunkvoll verzierten Thron, dessen hohe gegitterte Rückenlehne Knöpfe bekrönen.

Zusatzinfo

Lothar von Supplinburg (heute Süpplingenburg bei Braunschweig stellte sich erst im Alter von 65 Jahren zur Wahl zum König im Jahre 1125, dem Todesjahr König Heinrichs V., dem letzten der fränkisch-salischen Dynastie.‘

Mit dem Wormser Konkordat 1122 war der Investiturstreit, der Kampf zwischen Königtum und Papsttum, beendet. Die dort dem König verbliebenen Rechte der Belehnung der geistlichen Fürsten mit dem Zepter waren an diesen persönlich gebunden und erloschen mit dem Tode.
Die Wahl des neuen Kaisers ließ Erzbischof Adalbert von Mainz durchführen. Zur Wahl standen Lothar III., der sich durch die Heirat mit Richenza, Tochter des Grafen von Northeim und der Gertrude von Meißen, vom Burggrafen zum Herrn über riesige Besitzungen in Braunschweig und „,emporgeheiratet“ hatte Göttingen und der seit 1106 das Herzogtum Sachsen innehatte, sowie Markgraf Leopold von Österreich und der Hohenstaufer Friedrich von Schwaben. Die Mehrheit entschied sich für Lothar. Der Protest Herzog Heinrichs des Schwarzen von Bayern wurde besänftigt, als dessen Sohn, Heinrich der Stolze, die Hand von Lothars Tochter und Erbin zur Ehe erhielt.
Aus dieser Verbindung erwuchs die gewaltige Macht der Welfen über Bayern und Sachsen. Der unterlegene Staufer Friedrich und dessen Bruder Konrad mussten sich nach anfänglichem Widerstand unterwerfen. Die zunächst unter- schwellige Feindschaft zwischen Staufer und Welfen bestimmte aber das nächste halbe Jahrhundert deutscher Geschichte.
In Rom gab es seit dem Tode des Papstes Honorius II. wieder eine Doppelwahl. Dem von den Synodalen gewählten Papst Innozenz II. (1130-1143) stand der von der Mehrzahl der normannisch beeinflussten Kardinäle gewählte Anaklet II. (1130-1138) gegenüber. Anaklet gelang es, Innozenz aus Rom und ins Exil nach Frankreich zu vertreiben.
Da Anaklets Macht in erster Linie auf dem starken normannischen Einfluss unter ihrem grossen König Roger in Süditalien beruhte, musste Innozenz bemüht sein, einen starken Verbündeten insbesondere im Kampf gegen die Normannen zu finden.
Der war naturgemäss König Lothar der bestrebt war, alte Reichsrechte in Süditalien wiederherzustellen. Ein starkes normannisches Reich mit Einfluss auf den Papst konnte nicht in seinem Sinne sein.
Schon lange wurde er mit dem Versprechen der Kaiserkrone gelockt, deren Verleihung sich jetzt der Papst alleine vorbehielt. Die nunmehrige Dominanz des Papstes zeigt sich deutlich in einem Wandgemälde im Lateranpalast von der Krönung Lothars, bei der dieser sich dem Papst als unterwürfig Bittender nähert.
Doch dauert es bis 1133, bis sich Lothar, der vor allem im Norden des Reiches seine Herrschaft festigte und Dänemark und Polen dem Reich unterstellte,
zur Kaisererhebung nach Rom begab. Bei dieser Gelegenheit setzte er Innozenz mit Hilfe seiner Truppen wieder im Lateran ein.
Auf dem Rückmarsch von seinem zweiten Italienzug 1136/37 verstarb er und wurde im Kloster Königslutter bei Helmstedt beigesezt. Die Reichsinsignien übergab er noch vor seinem Tode Heinrich dem Stolzen, seinem Schwiegersohn, der ihm die letzte Zeit Seines Lebens bei dem Versuch unterstützte, die Macht des Königtums gegen das Papsttum neu zu festigen.
Diese Bestrebungen aber machten ihn so verhasst, dass der Papst in einem staatsstreichartigen Verfahren ihm genehme Wahlfürste zusammenrufen und den ehemaligen Widersacher, den Staufer Konrad II., zum König krönen liess. Dieser Akt war zwar rechtlich in Ordnung, da das deutsche Königtum ein Wahlkönigtum war, musste aber dem vom alten König designierten Nachfolger wie eine Missachtung königlichen Willens erscheinen, die in Zeiten starker Königsmacht so nicht möglich gewesen wäre.
Den Welfen musste ihr Anspruch auf die Krone als gerecht erscheinen.

Siegelbild                   

Der Kaiser sitzt von vorn auf einem Thron ohne Lehne. In der linken Hand hält er den Reichsapfel, in der rechten das Lilienzepter.

 

Umschrift                       

*CVONRADVS DeI GRATIA ROMANORVM REX II*

 

 

Übersetzung                  

*Konrad, von Gottes Gnaden König der Römer, der Zweite*

Umschrift                          

*LOTHARIVS DEI GRATIA III. ROMANORVM IMPERATOR AVGVSTVS*

Übersetzung                     

*Lothar III. von Gottes Gnaden römischer Kaiser Augustus*

 

Siegelbild 
Karl der Grosse thronend, mit langem, spitz zulaufendem Schnurr- und Kinnbart, eine giebelförmige Bügelkrone auf dem Haupt, das Lilienzepter in der ausgestreckten rechten und den Reichsapfel in der angewinkelten linken Hand; der mit Borten besetzte Mantel des Kaisers ist über der rechten Schulter geknüpft, das in reichlichem Faltenwurf bis über die Knöchel fallende Untergewand zeigt einen gestickten Saum; wie die Gestalt des Kaisers greift der perspektivisch dargestellte Thron mehrfach in die Umschrift ein, es fehlt ihm die Symmetrie der mittelalterlichen Thronsiegel; der mit Rundbögen verzierte Sockel, aut welchen Karl die Füsse stützt, ragt links über die Seitenwange der Thronbank hinaus; diese wird getragen von vier perlenbesetzten Pfosten, darauf Knöpfe mit aufgesteckten Perlen.
 

Umschrift                       

*KAROLVS MAGNVS ROMANORVM IMPERATOR AVGVSTVS*


Übersetzung                  

*Karl der Grosse erhabener Kaiser der Römer*

Zusatzinfo

Das prächtige Aachener Siegel mit dem merkwürdig gestalteten Thronbild Karls des Grossen zählt zu den zahlreichen Kunstwerken, die das Andenken des ersten abendländischen Kaisers nach dem Untergang der Antike bewahrten.

Karl, dessen Reich Mittel- und Westeuropa umfasst und der erfolgreich nach der römischen Kaiserkrone gegriffen hatte, gab natürlich in erster Linie ein Vorbild für die nachfolgenden Herrscher im fränkischen und im deutschen Reich ab. Sie führten ihr Königtum auf den großen Karl zurück und suchten so Herrschaftsansprüche und politische Pläne aus der Geschichte zu begründen und zu legitimieren. Anknüpfungspunkt der Karlstradition war in besonderer Weise die prächtige Aachener Pfalz, die der Kaiser unter Verwendung eigens aus der Kaiserstadt Ravenna beschaffter Säulen erbaut und wo er sich während der letzten Jahre seines Lebens bevorzugt aufgehalten hatte. Schon bald nach seinem Tod 814 erfreuten sich Karls Thron und Grab grosser Verehrung; Otto der Grosse wurde in der Pfalzkapelle zu Aachen gekrönt, und dessen Enkel Otto III. ließ im Jahre 1000 sogar das Karlsgrab öffnen.

Bei dieser spektakulären Aktion schaute er den legendenhaften Berichten zufolge Karl den Grossen wie einen Lebenden auf dem Thron sitzen. Friedrich Barbarossa schliesslich steigerte den herrscherlichen Karlskult durch die Hebung der Gebeine und die Seligsprechung des Kaisers, die Papst Paschalis III.
1165 vornahm. Aber nicht nur Könige und Kaiser, sondern auch die Menschen an dem Ort, den der Frankenherrscher zu seinem bevorzugten Sitz gewählt und wahrhaft kaiserlich ausgestattet hatte, Stift und Stadt Aachen, gedachten ihres Gründers, machten sich die Karlstradition zunutze und hielten sie allzeit präsent. So ist es nicht verwunderlich, dass Karlssiegel schon 1134, noch vor der Einrichtung unser eines regelrechten Karlskultes durch Barbarossa, erstmals Erwähnung fand. 
Dem entspricht, dass Karl der Grosse ohne Heiligenschein dargestellt ist.
Weil das Typar stilistische Anklänge an das 1125 erstmals nachweisbare Kölner Kapitelssiegel aufweist, setzt man die Schaffung des eigenwilligen Kunstwerks in die 1120er Jahre. Zu jener Zeit aber kann man Aachen aber noch nicht als Stadt im mittelalterlichen Sinne bezeichnen und folglich kann auch das Typar nicht ursprünglich als Stadtsiegel geschaffen worden sein. Dagegen spricht weiter das Fehlen von Architekturelementen wie Mauern, Türmen und Toren, die meist Bestandteil der bildlichen Darstellungen auf Städtesiegeln sind. 

Aufschlussreich ist ferner der ursprüng- liche Aufbewahrungsort. Bevor die Stadt Aachen das Typar während des 14. Jahrhunderts in Besitz nahm, lag es unter der Obhut des Klerus in einer Truhe hinter dem Hauptaltar des Aachener Domes.

Bereits im 13. Jahrhundert hatte die Stadt versucht, sich des Siegels zu bemächtigen, aber der darüber auf- gebrochene Streit wurde 1221 mit der Übereinkunft geschlichtet, es solle auch fortan vom Dechanten der Aachener Kirche verwahrt werden. 
Am ehesten wird man also an ein Siegel mit einer zunächst ausgesprochenen Sonderfunktion denken, dessen Anfertigung möglicherweise mit Aachens Rolle als Krönungsort der deutschen Könige zusammenhängt. 
Das würde mit der vermutlichen Herkunft des Stempels aus einer Kölner Werkstatt zusammenpassen, denn dem Kölner Erzbischof oblag ja die Krönung der erwählten Könige im Dom zu Aachen. 
Von den Siegeln der römisch-deutschen Könige und Kaiser seiner Entstehungszeit unterscheidet sich das Aachener Karlssiegel in wesentlichen Elementen. Obwohl es wie jene einen thronenden Herrscher zeigt, fällt es deutlich aus der Reihe dieser Stempel heraus. Es besitzt zwar insgesamt etwa die gleiche Größe, verläßt aber die übliche streng symmetrische Darstellung des thronenden Herrschers. 
Gewand und Thron sind ebenfalls ganz anders gestaltet, und die merkwürdige Komposition von Bild und Umschrift schloß eine Verwechslung mit einem rechten Königssiegel aus. 
Auf dem künstlerisch höchst qualitätvollen Thronbild ist Karl der Große wiedergegeben.

Der Charakter eines Portraits kann dem Bild des grossen Kaisers freilich kaum zugebilligt werden, obwohl darüber viel gestritten worden ist.

Der „Streit um des Kaisers Bart“ bleibt jedoch müßig angesichts des zeitlichen Abstandes des Aachener Siegels von der Epoche Karls des Grossen, und wenn man bedenkt, dass die zahlreichen Bilder Karls sämtlich voneinander abweichen sowohl was die Gestaltung der Gesichtszüge als auch was die Barttracht betrifft, So darf man wohl ohne Einschränkungen sagen, hier sei Karl der Grosse abgebildet, wie man sich ihn im 12. Jahrhundert vorstellte.

Zusatzinfo

Die Staufer, die sich selbst als unmittelbare Nachfolger der voraufgehenden salischen Herrscher sahen, verdanken den Aufstieg zum Königtum vor allem treuen Diensten für die im Investiturstreit schwer bedrängten Heinrich 
1079, auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung, verlieh der Kaiser Konrads Vater, dem Grafen Friedrich, das zwischen der kaiserlichen und der gregorianischen Partei zerrissene Herzogtum Schwaben und gab ihm seine Tochter Agnes zur Frau. Als Enkel des Salierkaisers fühlten sich die Söhne Herzog Friedrichs natürlich in besonderer Weise zur Thronfolge berechtigt, als Heinrich V. 1125 kinderlos starb.
Aber es sollte anders kommen. Auf Betreiben des Erzbischofs Adalbert von Mainz wählten die Fürsten, die einen schwachen König wünschten, Herzog Lothar von Sachsen, der Friedrich sogleich zur Herausgabe des Reichsguts aufforderte. Bald kam es zum offenen Kampf, in dem Lothar zunächst keinen Boden gewinnen konnte. 
So sah sich die staufische Partei ermutigt, 1127 Herzog Friedrichs des Einäugigen jüngeren Bruder, unseren Konrad, in Nürnberg zum Gegenkönig zu erheben. 
Im folgenden Jahr erreichte er zwar auch die Krönung zum König von Italien, aber mittlerweile hatte sich Lothar in Deutschland durchgesetzt, und so sahen sich die staufischen Brüder zur Unterwerfung genötigt.
Erst Lothars Tod im Dezember 1137 bahnte ihnen den Weg zum Thron. 
Nun durfte sich zwar Lothars welfischer Schwiegersohn, der mächtige Sachsen und Bayernherzog Heinrich der Stolze mit einigem Recht als Nachfolger Lothars betrachten, doch Erzbischof Albero von Trier setzte in einer handstreichartigen Aktion im März 1138 die Wahl Konrads durch und ließ ihn von einem päpstlichen Legaten In Aachen krönen. Damit war der staufisch-welfische Gegensatz vorprogrammiert, der während der Regierung des bald auf Anerkennung stoßenden Konrad voll aufbrach. 
Nach neun kaiserlichen Vorgängern in ununterbrochener Folge war Konrad nicht der Erwerb der römischen Krone beschieden. Zunächst verhinderte dies der zweite Kreuzzug, für den Bernhard von Clairvaux die Trommel rührte und zu dem das Abendland nach dem Fall Edessas im Dezember 1144 rüstete. 
Erst 1149 kehrte Konrad nach dem Scheitern der Expedition, während der er auch ein Bündnis mit dem byzantinischen Kaiser gegen die Normannen in Süditalien eingegangen war, ins Reich zurück, wo die Welfen, gestärkt durch ein Gegenbündnis mit Roger II., den Kampf gegen die Staufer aufgenommen hatten. 
Eine Chance, die Kaiserkrone zu erlangen, eröffnete erst ein Hilfegesuch des in Bedrängnis geratenen Papstes, aber vor der 1152 geplante Romzug in Angriff genommen werden konnte, verstarb Konrad am 15. Februar in Bamberg. Auf dem Sterbelager bestimmte er unter Hintansetzung des eigenen Sohnes seinen Neffen Friedrich Barbarossa als Nachfolger, für dessen glänzende Herrschaft er entscheidende Voraussetzungen geschaffen hatte. Konrad, der dritte König dieses Namens, zählt sich selbst in den Urkunden und auf dem Siegel als Konrad II., zweifellos mit Blick auf den Salier Konrad (1024-1038), seinen Ururgroßvater mütterlicherseits.
Das weist auf die eingangs angedeutete Herleitung und Legitimierung staufischer Herrschaft von den Saliern. Während seiner Regierung führte der erste Staufer auf den Königsthron einen einzigen Siegelstempel, sieht man ab vom Siegel des Gegenkönigs1127/28, das freilich nur als völlig verdorbener Abdruck überliefert ist. Da Konrad sonst kaum Bilder hinterlassen hat, kommt dem prächtigen Königssiegel erheblicher Wert zu, obgleich fraglich ist, inwieweit Portraittreue vorliegt. Es entspricht zwar dem traditionellen Typ des Majestätssiegels, aber sowohl die im Vergleich zu den Saliersiegeln kräftiger und nach dem Leben gearbeitete Herrschergestalt als auch die erstmals perspektivisch dargestellte Thronbank mit einer Lehne, die an byzantinische Vorbilder erinnert, bringen Neues und eröffnen den Siegelstil der Staufer im 12. Jahrhundert einer großen Epoche der Siegelschneidekunst, da geistliche und weltliche Herren, Konvente und Städte, Gilden und Gesellschaften in großer Zahl Siegel zu führen begannen.

Friedrich I. Barbarossa 
1157

Heinrich VI. von Hohenstaufen 
1194

Titel                             Kaiser
Name                         Friedrich I. Barbarossa

 


Legende

geboren        1122   Waiblingen
gestorben     10. Juni 1190    

Fluss Saleph/ Kleinasien


Typ                                 Thronsiegel
Datierung                  1157
Gewicht
Durchmesser            95 mm
Stärke
Form                            rund
Material                     Bronze

Titel              Kaiser
Name           Heinrich VI. von Hohenstaufen 

1191 – 1197


Legende                                                 

geboren   1165 in Nimwegen
gestorben 28. September 1197 in Messina

 


Typ                                erstes Kaisersiegel
Datierung                   1194                   

Gewicht
Durchmesser.            82 mm

Stärke

Form                              rund
Material                       Wachs

Siegelbild
Der bartlose Kaiser auf einen reichverzierten Thron, auf dem Haupt eine Krone mit aufgesteckten Perlen und in einem Kreuz endend, in der Linken den Reichsapfel; des Kaisers Mantel ist mit einer perlenbesetzten Borte verziert und wird rechts auf der Brust durch eine Scheibenfibel zusammengehalten.
er ist über die rechte Schulter und den linken Arm zurückgeworfen und fällt in reichlichem, streng geordnetem Faltenwurf auf die Beine. das Untergewand zeigt wie der Mantel verzierte Säume und Borten. die Thronbank ruht auf einem Sockel, der dem Herrscher als Suppedaneum dient.
diesen trennt ein Perlenstab von den perlenbesetzten Pfosten, welche die gegitterte und mit Perlen verzierte Bank tragen. Ein weiterer Perlstab bezeichnet das Auflager der Lehne, deren Bogen zwei als Türmchen ausgebildete Pfosten halten, darauf Knöpfe mit aufgesteckten Lilien.
Thron und Figur sprengen den nach Art der damaligen Münzen gestalteten Rahmen zwischen Bildfeld und Umschrift sowohl bei der Krone, deren Kreuz mit dem der Umschrift zusammenfällt, als auch beim Zepter und im Sockelbereich.

Umschrift                

*HEINRICVS DEI GRATIA ROMANORVM IMPERATOR ET SEMPER AVGVSTVS*

 

Übersetzung 

*Heinrich, von Gottes Gnaden Kaiser der Römer und allzeit Mehrer des Reichs*

Siegelbild        

Der bärtige König sitzt en face auf einem romanischen Thron mit niedriger Lehne.
Auf dem Haupt trägt er eine Bügelkrone. Mit der rechten Hand hält er ein Lilienzepter hoch, mit der linken den Reichsapfel. Die Haltung des Königs erscheint starr und aufrecht, aber dennoch ebenso wie der Faltenwurf seines Gewandes recht natürlich.

Umschrift                 

*FREDERICVS DEI GRATIA ROMANORVM IMPERATOR AVGVSTVS*

Übersetzung            

*Friedrich von Gottes Gnaden der Römer Herrscher Kaiser*

Zusatzinfo 

Friedrich I. dem die Italiener seines roten Bartwuchses den Beinamen Barbarossa (Rotbart) verliehen,
war von Geburt eigentlich nicht als Thronfolger bestimmt. 
Doch noch auf seinem Sterbebett zog ihn Konrad III. seinem eigenen Sohn vor und designierte ihn, seinen Neffen, zum Nachfolger. 
Am 5.3.1152 wurde Friedrich von den Reichstursten einstimmig zum König gewählt. Was war der Grund zur Wahl? 

Von allen schien er am besten geeignet, den sich immer schärfer herausbildenden staufisch-welfischen Gegensatz zu überwinden, 
denn seine Mutter war eine Welfin. 
Herzog Heinrich der Löwe, das Haupt der Welfenpartei, vereinigte in seiner Hand mit den Herzogtümern Sachsen und Bayern sowie der Steiermark den grössten weltlichen Besitz auf Reichsboden. Der Norden und fast der gesamte Osten war der Einflussnahme des Kaisers entzogen. 
Friedrichs Politik musste sich deshalb - wollte er nicht die Konfrontation mit seinem Verwandten nach Westen und auf den italienischen Süden richten. Mit dem Ausbau seiner Macht begann Friedrich nach seiner Kaiserkrönung durch Papst Hadrian IV. 1155. Erste Etappe auf diesem Wege war seine Heirat 1156 mit Beatrix von Bur- gund. Es folgten die Festigung der Herrschaft im Sudetenraum und in Schlesien mit der Lösung von Polen sowie deren Ausbau im Rhein-Rhonegebiet. Die Wiederherstellung der Reichsrechte in Italien mußte zwangsläufig zu einer Konfrontation mit dem Papsttum füh- ren. Bei der Papst wahl 1159 wählte die Mehrheit Papst Alexander III., eine kaiserfreundliche Minderheit Papst Viktor IV. Die Unterstützung des Gegenpapstes durch den Kaiser und seine Anhänger führte zum sogenannten alexandrinischen Schisma, einer Kirchenspaltung, die bis 1177 das Abendland in zwei Parteien zerfallen ließ. Ihre entscheidende Niederlage erlitt die harte, militärisch orientierte und durch seinen Kanzler Rainald von Dassel bestimmte Politik Friedrich Barbarossa nach einer ganzen Reihe von mehr oder weniger erfolgreichen Italienfeldzügen durch eine katastrophale Malariaseuche, die das kaiserliche Heer furchtbar dezimierte und den Kaiser seiner besten Staatsmänner und engsten Berater, darunter Rainald von Dassel beraubte. Der fünfte Italienfeldzug 1174- 1178 war überschattet vom endgültigen Zerwürf- nis mit Heinrich dem Löwen, der ihm in sehr bedrängter Position in Italien seine Hilfe verweigerte. Was mit kriegerischen Mitteln jetzt nicht mehr zu schaf- fen war, gelang nun Barbarossa mit den Mitteln der Diplomatie. 
In mehreren Verträgen ordnete er die Verhältnisse in Italien neu, nachdem er schon 1177 mit dem kriegsmüden Papst Alexander einen vorteilhaften Frieden geschlossen hatte. Als Alexander 1181 starb, trat mit Lucius III. ein kaiserfreundlicher Papst die Regierung an. 1180 auf dem Reichstag von Gelnhausen konnte Friedrich endlich mit Hilfe der Reichsfürsten auch mit Heinrich dem Löwen abrechnen. Wegen Mißachtung der kaiserlichen Majestät wurde er geächtet, seine Länder unter den Reichsfürsten aufgeteilt und er seiner Würden beraubt. 
In Bayern begann die Herrschaft der Wittelsbacher. Friedrich, dessen Macht im Reich nun unangefochten war, entschloß sich 1188 unter dem Eindruck der Siege Saladins zum Kreuzzug nach Jerusalem. Nach ei- nigen siegreichen Schlachten ertrank Friedrich 1190 beim Bade im Fluß Saleph in Kleinasien.
Für seine Zeitgenossen warer der Erneuerer des Reiches und Vorbild ritterlicher Gesinnung. 
Nach einer alten Sage sitzt er noch immer im KyffhäuserBerg und wartet darauf, daß man ihn ruft, damit er das Werk der Einigung und Erneuerung vollendet. 
Das Siegel heisst entsprechend der Darstellung Thronsiegel. 
Die frühesten Siegel dieses Typs zeigen noch einen recht schmucklosen Stuhl ohne Lehne; im Laufe der Zeit wird er aber immer üppiger, bis die Lehne schließlich weit über den Kaiser hinauswächst. 
Im Siegel Friedrichs ist die Umschrift noch nicht durch Linien oder Perlkreise vom Bild getrennt.
Der Name Majestätsiegel statt Thronsiegel ist aus der Korroborationsformel in Urkunden entnommen, in denen es heisst
„sigillo majestatis nostre.." (durch das Siegel unserer Majestät).

Zusatzinfo

Barbarossas Sohn aus der Ehe mit Beatrix von Burgund wurde im Alter von drei Jahren in Bamberg zum König gewählt und am 15. August 1169 zu Aachen gekrönt.
Eine für die spätere Geschichte folgenreiche Entscheidung war Barbarossas politischer Schachzug, 
seinen Sohn 1186 in Mailand mit der elf Jahre älteren Konstanze von Sizilien zu vermählen, über die nach des sizilischen Königs Wilhelms frühem und kinderlosen Tod das süditalienische Normannenreich an die Staufer fiel.
In Mailand liess Friedrich I. seinem Sohn vom aquileiesischen Patriarchen ausserdem die italienische Königskrone aufsetzen.
Als Barbarossa 1189 zum Kreuzzug aufbrach, legte er die Regierung in die Hände des Sohnes und Mitkaisers, und so begann Heinrichs eigenständige Regierung mit dem überraschenden Tod Barbarossas, der am 10. Juni 1190 in Kleinasien ertrank. Noch zu Lebzeiten des Vaters hatte Heinrich die stauferfeindliche Haltung Papst Urbans mit der Besetzung des Kirchenstaates beantwortet. Unter dessen Nachfolgern gab er jedoch, um die Kaiserkrönung 1191 durch Coelestin III. zu erreichen, die Romagna und die Campagna, also den Kern des Kirchenstaates, wider zurück. Den Höhepunkt von Heinrichs kurzer Regierung bildete sicherlich der nach dem Anfall Siziliens an die Staufer erwogene Erbreichsplan, den Heinrich den deutschen Fürsten bei einem Hoftag in Mainz zu Beginn des Jahres 1196 vortrug. Deutschland sollte mit Sizilien vereinigt und das Ganze in eine Erbmonarchie umgewandelt werden.
Dafür bot der Kaiser den Fürsten die Erblichkeit der Reichslehen in männlicher und weiblicher Linie an.
Der Plan scheiterte jedoch, und Heinrich erreichte lediglich die Wahl seines zweijährigen Sohnes Friedrich (II.) zum deutschen König. Von den Vorbereitungen zum Kreuzzug waren die letzten Jahre Heinrichs geprägt. Doch im Sommer 1198 erkrankte der Kaiser an Malaria und verstarb wenig später. Bis in Details orientierte sich der Stecher des ersten Kaisersiegels Heinrichs VI. an dem einzigen kaiserlichen Typar des Vaters Friedrich Barbarossa, das wahrscheinlich aus einem Atelier im Maasgebiet stammt und von dem wir aus den Briefen des Abtes Wibald von Stablo wissen, dass dieser die Anfertigung vermittelt hat.
Sowohl der Duktus der Thronfigur als auch die Elemente der reichen Gewand-und Thronzier sind, von wenigen Adjustierungen auf die Person Heinrichs abgesehen (so ist etwa Barbarossas Bart weggelassen), übernommen, wenngleich Heinrich insgesamt einen stärker statischen, aber noch würdevolleren und feierlicheren Eindruck hinterlässt als Barbarossa. Dies hat wohl auch mit der etwas groberen Ausführung zu tun, die gemeinsam mit der reichlichen Ver- wendung eingeschlagener Punzen darauf hinweist, dass Heinrichs Kaiserstempel wie seine Goldbulte im Brakteatengebiet, näherhin wohl in der Wetterau (Frankfurt, Gelnhau- sen), also in den staufischen Stammlanden angefertigt worden ist. Nach dem frühen Tode Heinrichs VI. hat sein jüngerer Bruder und Nachfolger Philipp von Schwaben noch einmal ein ganz ähnliches Siegel schneiden lassen und damit die Kontinuität der staufischen Dynastie unterstrichen.        

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