Befestigungen
Befestigung an Fäden oder Pergamentstreifen
Wie ein Siegel befestigt werden konnte, stand in Abhängigkeit zum verwendeten Siegelmaterial und dem Beschreibstoff der Urkunde. Grundsätzlich lassen sich mit Fäden, Schnüren, Bändern oder Pergamentstreifen (Materialien: Seide, Wolle, Hanf, Pergament) angebrachte Siegel von direkt auf dem Pergament angebrachten Siegeln unterscheiden. Die Verwendung verschiedener Befestigungsmittel war in der Regel willkürlich, konnte aber bisweilen von Bedeutung sein, so in der päpstlichen Kanzlei, wo litterae cum filo serico (Seidenfäden) für Privilegien und litterae cum filo canapis (Hanfschnüre) für die anderen Urkunden verwendet wurden. Die Art der Anbringung je nach ausstellender Kanzlei zu unterscheiden, ist alleine auf Grund häufig auftretender Urkundenfälschungen notwendig, denn an-, bzw. eingehängte Siegel konnten problemlos vom Original abgenommen und an einer Fälschung angebracht werden (ein berühmtes Beispiel wäre das Privilegium Maius).
Befestigung durch Auf- und Durchdrücken
Bei dieser Art der Befestigung wurde an der zur Befestigung des Siegels vorgesehenen Stelle der Urkunde ein kreuz- oder sternförmiger Schnitt angebracht, die Kanten umgebogen und das Wachs durch die Öffnung gedrückt. Die Vorderseite wurde dann geprägt, die Rückseite glatt gedrückt, so dass eine möglichst feste Verbindung mit der Urkunde zu Stande kam.