Das Haus Anhalt-Askanien

Eduard Prinz von Anhalt ist das angesehene Oberhaupt des Hauses Askanien, einer Dynastie, deren Vermächtnis Jahrhunderte des                 europäischen Adels, des Einflusses und der       kulturellen Vormundschaft umfasst. Als Herzog von Anhalt und Großmeister des Hausordens   von Albrecht der Bär trägt er die Traditionen der Ritterschaft, der historischen Bewahrung und des Dienstes an der Gesellschaft weiter.                      Seine Führung spiegelt ein tiefes Engagement für die Werte seiner Vorfahren wieder - vor allem Albrecht der Bär, der Gründungspatriarch der askanischen Linie - und verbindet edle Tradition mit zukunftsorientierten Philanthropie.

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Besuch in Dessau

Besuch beim Leopoldsfest in Dessau bei seiner Hoheit Eduard Prinz von Anhalt

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Besuch auf Burg Falkenstein

Besuch auf Burg Falkenstein bei seiner Hoheit Eduard Prinz von Anhalt

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Die Grablege Albrechts des Bären

von Dr. Lutz Partenheimer

Der Gründer der Mark Brandenburg wollte allerdings nicht in dessen neuen Landen oder in Aschersleben, sondern wahrscheinlich bei sei- nen Vorfahren in Ballenstedt bestattet werden. 
Dort arbeitete man laut Lothar Lambacher in einer dritten Bauphase von ca. 1155 bis etwa 1175 nach dem Vorbild des Klosters Hirsau (im nördlichen Schwarzwald) an dem Gotteshaus der Benediktiner auf dem Schlossberg. Der erhaltene mächtige Westriegel mit der um 1170 als Grab Albrechts des Bären gestalteten Nikolaikapelle sollte als Symbol der Anwesenheit des weltlichen Herrn dienen.  Für Lothar Lambacher erfolgten unter der Vogtei des Askaniers an sieben Klosterkirchen Veränderungen: Gernrode, Frose, Hecklingen, Unser Lieben Frauen zu Magdeburg, Leitzkau, Jerichow und Ballenstedt. Das betraf vor allem die Westwerke. Bei den letzten vier handelt es sich um dreigliedrige Baukörper, die die Macht des Markgrafen zum Ausdruck bringen sollten – in Ballenstedt insbesondere durch seine Gruft. Das dortige Gotteshaus gestaltete man für Cornelia Lawrenz wohl zwischen den zwanziger und den siebziger Jahren des 12. Jahrhunderts als Grablege des Askaniers. 

Deren Vorbild sieht sie im Dom zu Königslutter (östlich von Braunschweig), in dem Kaiser Lothar III. und dessen Schwiegersohn                Heinrich der Stolze 
(* um 1108?, † 1139) – ein Vetter und Rivale Albrechts des Bären sowie Vater Heinrichs des Löwen 
(* um 1129/30 od. 1133/35, † 1195) – ruhen. 
Winfried Korf datiert die Entstehung der Ballenstedter Klosterkirche in die Jahre zwischen 1130/40 und 1160/70 bzw. 1142 sowie 1158.  Albrecht der Bär segnete am 18. November 1170 an einem unbekannten Ort das Zeitliche. 

Laut Heinrich Basse (1519) bestattete man den Markgrafen bei seinen Patribus … in Monasterio Ballenstede in Capella Sancti Nicolai.

Deren Lage überliefert 1556 Ernst Brottuff, nach dem Albrecht »zu Ballenstedt im Closter in S. Niclas Capella unter dem Thurmb begraben« wurde. Auf dem Schlossberg suchte man in den vergangenen Jahrhunderten allerdings an anderen Orten nach den Sarkophagen, so in den Fundamenten der alten Basilika, im ehemaligen Kreuzgang, im früher von diesem umschlossenen Garten und auf dem einst bei der Kirche liegenden Friedhof. Der Oberhof- prediger Friedrich Hoffmann ließ aus Anlass eines Besuches König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen (* 1795, † 1861) 1843 in der Krypta graben. Keiner der dabei gefundenen menschlichen Überreste konnte allerdings mit Bestimmtheit als der des Markgrafen identifiziert werden.

1880 forschte der Ballenstedter Bauinspektor Fritz Maurer auf Befehl Herzog Friedrichs I. von Anhalt (*1831, † 1904) – der auch die Ausgrabung und Konservierung der Ruinen seiner Stammburg zwischen 1902 und 1907 veranlasste – erneut nach dem Grab Albrechts  des Bären. Er suchte es in der dafür 1519 durch Heinrich Basse sowie 1556 von Ernst Brottuff angegebenen Nikolaikapelle zwischen den Türmen des Westwerkes. Dort fand Fritz Maurer zwei aus Sandsteinen gemauerte Sarkophage mit den Skeletten eines Mannes und einer Frau Wahrscheinlich entdeckte er die sterblichen Überreste des Gründers der Mark Brandenburg und seiner Gemahlin, ganz sicher ist das jedoch nicht. 

Nachdem 1935 in Braunschweig und im folgenden Jahr in Quedlinburg die Särge Herzog Heinrichs des Löwen bzw. König Heinrichs I. (* um 876, † 936) gesucht worden waren, erhielt die vermutliche Grablege Albrechts des Bären 1938 (800 Jahre nach der Belehnung des Askaniers mit dem Herzogtum Sachsen) ihre heutige Gestalt. 

Die Ausführung lag in den Händen des Architekten Paul Schultze -Naumburg (* 1869, † 1949), der von 1913 bis 1917 die Errichtung des Potsdamer Schlosses Cecilienhof geleitet hatte.

 
Auf der dabei angebrachten Platte steht: 
»Markgraf Albrecht der Bär, der Wegbereiter ins deutsche Ostland † 1170 und seine Gemahlin Sophie«



 

Besuch am Grab Albrecht der Bär

Besuch in Ballenstedt am Grab Albrechts des Bären mit der Bruderschaft der Askanier e.V.

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Umbettung anhaltinischer Askanier 

Die Dessauer Marienkirche ist das wohl älteste Gebäude der Stadt. Bereits 1263 wurde hier ein Vorgängerbau erwähnt, auf dessen Grundlage 1506-1523 die heutige Marienkirche durch Ulrich von Schmiedeberg erbaut wurde. Durch seine unterschiedlichen Bau- und Renovierungsphasen erstrahlt der Kirchenbau heute im spätgotischen Stil mit Renaissancecharakter.

 


 


 

Als eine der südlichsten Bauten norddeutscher Backsteingotik nimmt sie bei der Bevölkerung eine ganz besondere Stellung ein. 

Jahrelang dem Verfall überlassen, erstrahlt sie erst seit 1998 wieder in neuem Glanz.

Oktober 1523 vom Erzbischof Albrecht von Magdeburg und der Reformation im April 1534 wurde die Marienkirche zur Hauptkirche von Dessau. 1550 kam es zum Einsturz des vom Vorgängerbau herrührenden Westriegels, dem jedoch die Errichtung eines neuen Westturmes folgte. Im 18. Jahrhundert, unter der Regentschaft des „Alten Dessauers“ wurde die Kirche renoviert und umgebaut. Hierbei entstand eine Gruft für die Familie des Fürsten, die im 19. Jahrhundert um eine weitere Gruft für die herzogliche Familie erweitert wurde.

 


 


 

Die Totenruhe ist wieder hergestellt

Die Gebeine anhaltinischer Fürsten und Fürstinnen, vielmehr die Reste, die davon übrig geblieben sind in der Dessauer Schlosskirche St. Marien umgebettet worden.

In neun von zehn Särgen befinden sich jetzt in der ältesten Gruft ( in der sogenannten Altargruft) der Marienkirche. In den 10 Särgen ruhen 9 Personen, von denen man bei dreien die Identität mit hoher Wahrscheinlichkeit vermutet bzw. kennt.                                                                            Das Geschlecht konnte anhand anatomischer Merkmale zweifelsfrei festgestellt werden.                                                                                                   Sechs männliche und drei weibliche Tote liegen jetzt in den Einzelsärgen. In einem zehnten Sarg liegen einzelne Skelettteile von fünf bis sieben weiteren Toten. Unter den Identifizierten befindet sich Prinz Wilhelm Woldemar und dessen Frau Caroline Emilie von Clausnitzer der fünfte Sohn des Erbprinzen Friedrich von Anhalt-Dessau. Weiterhin wurde auch Leopold II.Maximilian von Anhalt Dessau (1700-1751) identifiziert. Maximilian ist der Sohn des Alten Dessauers (1676-1747).                                                                                                                                Gefunden, wurde ein Schmuckstück, das vor Grabräubern verborgen geblieben ist.                                                                                                              Dabei handelt es sich um ein Kreuz aus Olivenholz. Es ist mit Silber eingefasst, mit Perlen besetzt.In seiner Mitte befindet  sich eine leere Fassung, vermutlich befand sich ursprünglich darin ein Diamant.                                                                                                                                            

Mehr als 50 von Anhalts sind einst in den Grüften der Marienkirche bestattet worden.

Diese Foto zeigt die freigelegte Gruft in der Dessauer Marienkirche im Jahr 1991. Die älteste Kirche der Stadt war 1945 bei einem Bombenangriff bis auf die Außenmauern zerstört worden und stand viele Jahre als Ruine bis zu ihrem Wiederaufbau als Veranstaltungs- und Konzertzentrum in den neunziger Jahren. Foto: Archiv/Bernd Helbig

Nach dem zweiten Weltkrieg Krieg bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde in die abgeschlossene Ruine der Marienkirche ständig eingebrochen. Die in der Kirche bestatteten Toten der anhaltischen Fürstenfamilie waren Schändung und Vandalismus ausgesetzt. Die noch vorhandenen Gebeine, die sich im Turmraum (heute Eingang) der am 7. März 1945 ausgebrannten Marienkirche in Dessau befanden, wurden im Frühjahr 1968 in Särge gelegt und in der Gruft der Familie von Behrenhorst auf Friedhof I beigesetzt. Bis in die 80iger Jahre hinein wurde leider auch in diese Ruhestätte immer wieder eingebrochen. Weil die Behrenhorst’sche Gruft auf Friedhof I einen desolaten Eindruck machte, wurde sie am 18. März 2014 geöffnet. Die in der Gruft übereinander gestapelten Särge aus der Marienkirche waren feucht, gefährliche Pilze und Bakterien hatten sich ausgebreitet. Es war klar: Die Gebeine der Askanier müssen einen Ort erhalten, der die Totenruhe sichert. Die Toten müssen aus den verseuchten Särgen in neue umgebettet werden.

Prinz Julius Eduard von Anhalt bat anlässlich zur Rückführung und Wiederbeisetzung der Gebeine der fürstlichen Familie zum Gedenkgottesdienst in die Schlosskirche St.Marien in Dessau.

Prinz Julius Eduard von Anhalt bei seiner Dankesrede zur Umbettung seiner Vorfahren. Im Vordergrund unser Freund und anhaltinischer Askanier Frank Thöner in Uniform des Anhaltinischen Infantrie Regimentes Nr.93.

Gäste des Gedenkgottesdienstes

"Leopold Maximilian von Anhalt gestorben 1751, Sohn des "alten Dessauer"

Zum Gottesdienst waren viele des Hauses Anhalt und darüber gekommen.
Ihnen oblag es als erste, die Altargruft in Augenschein zu nehmen.

Gruft vor der Restaurierung

Die Gruft bietet ausreichend Platz. Kirche und Krypta, seit 1992 von der Evangelischen Kirchengemeinde St. Johannis und St. Marien an die Stadt für 99 Jahre verpachtet und wiederaufgebaut, sind einbruchssicher. Die Totenruhe wäre endlich gesichert.

Gruft nach der Restaurierung

Schlicht und naturbelassen sind die Eichensärge, auf denen unser
askanischer Außenposten Frank Thöner das anhaltinische Wappen aus Zinn anbringt.

askanier.berlin bedankt sich für die zur Verfügung Stellung
der Texte und Bilder bei dem „Verein des ehemaligen Infanterie Regiments Nr. 93 Anhalt-Dessau für diesen Artikel.

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